Freilandschweine und Landesspießerweide
Saarbrücken, 13.12.01
Landwirte beteiligen sich am Bundeswettbewerb "Regionen Aktiv"
Der Verband der Landwirte im Nebenberuf, Saar e.V. (VLN-Saar e.V.) beteiligt sich mit den zwei Projekten "Freilandhaltung von Schweinen" und "Landesspießerweide" am Wettbewerb "Regionen Aktiv - Land gestaltet Zukunft". Diesen hat Renate Künast, die Bundesministerin für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, im September ausgeschrieben, um konkrete Visionen in Modellregionen zu entwickeln und aufzuzeigen, wie die Anforderungen der Bevölkerung an die Landwirte stärker als bisher berücksichtigt werden können.
Die heutige Bekanntgabe der Auswahl des saarländischen Wettbewerbsbeitrags "Vis à Vis" für die nächste Wettbewerbsrunde kommentiert Roman Engel, Landesvorsitzender des VLN-Saar, so: "Wir freuen uns sehr über die Entscheidung aus dem Bundesministerium, bietet sie doch dem Saarland, insbesondere den nebenberuflichen Landwirten, die Möglichkeit, die neue Verbraucher- und Agrarpolitik im Land umzusetzen und für die Entwicklung der Region einen wertvollen Beitrag zu leisten."
Mit der "Freilandhaltung von Schweinen" und der "Landesspießerweide" kommt der Verband der Landwirte im Nebenberuf angesichts BSE und Maul- und Klauenseuche den Forderungen der Verbraucher nach Transparenz in der Fleischerzeugung und naturgemäßer Haltung von Nutztieren nach.
Freilaufende Schweine zeichnen sich nicht nur durch höhere Fleischqualität, bessere Gesundheit und gesteigertes Wohlbefinden aus, sondern führen auch durch die für jedermann nachvollziehbare Produktion zu einer engeren Erzeuger-Verbraucher-Beziehung und damit verbunden zu einer Erhöhung der Wertschöpfung.
Mit der Haltung von jungen, männlichen Damtieren, sogenannten Spießern, auf einer speziellen Weide kann der erhöhten Nachfrage nach qualitativ hochwertigem Wildfleisch das ganze Jahr über Rechnung getragen werden. Durch die zeitweise Trennung von weiblichen und männlichen Tieren werden die bekannten Kämpfe der männlichen Tiere unterbunden. Für die Tiere bedeutet dies nachweisbaren Stressabbau und Bannung der Forkelgefahr.
Roman Engels Wunsch zum Fortgang des Wettbewerbs: "Wir hoffen, dass das Saarland in der nächsten Runde als Modellregion ausgewählt wird. Getreu dem Leitmotto unserer Projekte "Partnerschaft zwischen Stadt und Land - Verbraucher und Landwirt Hand in Hand" werden wir als Verband unser Bestes dazu geben, die Vitalität des ländlichen Raums zu demonstrieren."
Der Verband der Landwirte im Nebenberuf, Saar e.V. vertritt die saarländischen Nebenerwerbslandwirte. Ca. zwei Drittel der Landwirte im Saarland sind im Nebenberuf tätig. Als multifunktionale Akteure im ländlichen Raum bewirtschaften sie ca. ein Drittel der landwirtschaftlichen Nutzfläche. Insbesondere in Grenzertragsregionen sind die Nebenerwerbslandwirte der Garant für die Erhaltung der Kulturlandschaft. Ihre Wirtschaftsweise ist orientiert an den Prinzipien einer nachhaltigen Entwicklung.